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Eltern: Möglichkeiten und Gefahren des Internets


Kinder und Jugendliche beschäftigen sich mit viel Spaß und Neugierde mit dem Internet. Das Internet gehört heute zur ganz normalen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen dazu und bietet ihnen die Möglichkeit die Welt zu entdecken, sich über interessante Themen zu informieren oder zu spielen. Das Internet bietet u.a. folgende Möglichkeiten
  • grenzenlose Nutzung und Kommunikation
  • Eintauchen in andere Welten und ausprobieren von verschiedenen Identitäten und Rollen
  • Informationsgewinnung
  • Download von Musik, Software, Videos, Dateien
  • Kommunikation über E-Mail und Chat
  • telefonieren zum Ortstarif
  • Online-Banking, Broking
  • Einkaufen
  • Spiele
  • Auktionen
  • Life-Übertragungen z.B. von Sportveranstaltungen, Konzerten
Gleichzeitig müssen Kinder und Jugendliche aber erst lernen, mit dem Internet richtig umzugehen und Gefahren zu erkennen. Die Gefahren, die im Internet zu finden sind, sind vielfältig und verteilen sich auf viele Bereiche. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung von Gefahren, die zu kennen wichtig ist, um mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
Gefahren im Internet allgemein:
  • Kontakt zu politischem oder religiösem Extremismus
  • Verbreitung von Propaganda
  • Selbstmordforen mit Anschauungsmaterial
  • Datendiebstahl und -missbrauch
  • Verschuldung z.B. durch Kostenfallen
  • Konfrontation mit Gewalt-, Kinder- und Tierpornographie
  • sexuelle Gewalt
  • Anbahnung von Kontakten zu realen sexuellen Übergriffen: Opfersuche
  • Duzen und Kleinschreibung schaffen eine Pseudovertrautheit und hebt Generationsgrenzen auf
Als spezielle Gefahren im Chat im Bereich sexueller Gewalt kristallisieren sich folgende Bereiche heraus:
  • Beschimpfungen und Beleidigungen z.B. von Klassenkameraden
  • Sexuelle Belästigung: dazu gehören Fragen nach bisherigen sexuellen Erfahrungen des Kindes/Jugendlichen oder Beiträge mit Beschreibungen der sexuellen Vorlieben, Praktiken oder Fantasien von Gesprächapartnern kommen immer wieder vor. Auch Aufforderungen zu sexuellen Handlungen sind dabei. Von sexueller Belästigung sind in den meisten Fällen Mädchen betroffen- aber auch Jungen sind nicht vor solchen Übergriffen gefeit.
  • Anfordern von sexuell stimulierenden Objekten, Bildern oder Tätigkeiten, z.B. vor der Webcam
  • Übergriffe und Belästigungen per Handy, Telefon oder E-Mail nach der Weitergabe dieser persönlichen Daten
  • Übergriffe beim privaten Chat: Benutzer mit pädokriminellen Neigungen versuchen, ihre Opfer in eine private, von anderen Benutzern nicht einzusehende Unterhaltung zu drängen, denn "geflüsterte" Nachrichten unterliegen nicht der direkten Kontrolle von Moderatoren. Über den Instant Messenger lassen sich sehr einfach z.B. Fotos an den Gesprächspartner verschicken. Die Übergriffe sind hier meist massiver und ihr Vorgehen aggressiver als in öffentlichen, webbasierten Chats. Der Pädokriminelle bekommt im privaten Chat Einblick in das Benutzerprofil des Kindes oder Jugendlichen, in dem z.B. Wohnort, Adresse und Telefonnummer gespeichert sein können. Dies erleichtert u.U. die erfolgreiche Anbahnung von sexuellem Missbrauch.
  • Anbahnung von sexuellem Missbrauch: Mit einem persönlichen Treffen außerhalb des Chats gehen Kinder oder Jugendliche ein großes Risiko ein. Eine herbe Enttäuschung ist dabei die geringste, ein sexueller Übergriff durch einen Pädokriminellen die größte aller Gefahren. Allerdings handelt es sich in der Regel um seltene Einzelfälle. Dabei kann der Täter seine Identität bis zum Treffen verschleiern, teilweise enthüllt er sie aber schon im Vorfeld. Die Anbahnung spielt sich meist in drei Schritten ab:
    • Der Täter versucht das Vertrauen des potenziellen Opfers zu gewinnen, um es gezielt nach Name und Adresse auszuhorchen.
    • Durch Kontakt per Telefon oder SMS versucht der Täter sich zu versichern, dass er es auch wirklich mit einem Kind zu tun hat und seine Erfolgsaussichten abzuwägen.
    • Der Täter vereinbart mit dem Opfer ein Treffen an einem für Kinder und Jugendlichen attraktiven Ort z.B. einem Zoo, einem Schwimmbad o.ä.
Die Gefahren in diesem Bereich erschrecken und machen Angst. Daher ist es unabdingbar, die Kinder gegen diese Gefahren stark zu machen. Sie können Ihre Kinder unterstützen und ihnen positive Erfahrungen ermöglichen, indem Sie sie langsam an das Internet heranführen, sie begleiten und vor allem als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Kinder und Jugendlichen sollen altersangemessen über Gefahren aufgeklärt werden und Sicherheitsverhaltensweisen (Chat-Tipps) kennen. Ein Verbot hilft nicht, da die Kinder/Jugendlichen dann nicht lernen mit den Gefahren umzugehen und diese einzuschätzen. Die Kinder und Jugendlichen sollen Spaß an der Nutzung der neuen Medien haben und gleichzeitig wissen, was sie bei Belästigungen und Übergriffen tun können. An vorderster Stelle steht immer:

Hilfe holen, d.h. jemandem von dem Geschehen zu erzählen!

Dafür brauchen Kinder und Jugendliche Vertrauenspersonen, von denen sie wissen, dass diese ihnen glauben, sie ernst nehmen, nicht mit ihnen schimpfen oder das Internet/Chatten verbieten.

Im Folgenden haben wir ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, die zu einem positiven Einstieg in die Welt des Internets beitragen können. Die Tipps sind verschiedenen Bereichen zugeordnet.

Technische Sicherheit am Computer

Kinder und Jugendliche im Internet unterstützen